Ein neues Leben

Mit acht niedlichen Kindern, einem liebenden Ehemann und einem sicheren Job hatte eine Frau aus Burundi, Afrika, eigentlich alles, dass sie sich hätte erträumen können. Ihr Leben war nicht immer einfach gewesen, doch ihre Probleme lagen in der Vergangenheit. Noela hatte ihr Heimatland verlassen, nachdem ihr erster Ehemann verstorben war. Sie war nach Australien gereist, um hier ein neues, und besseres Leben zu finden, und tatsächlich gelang ihr das auch. Sie fand schon bald eine neue Liebe, und die Dinge hätten nicht besser sein können. Doch dann geschah etwas, was niemand hätte vorhersehen können.
Eine glänzende Zukunft

Alles sah danach aus, als hätte Noela eine wunderbare, und glückliche Zukunft vor sich. Sie fand einen neuen Ehemann in ihrer Wahlheimat, und wollte hier den Rest ihres Lebens mit ihm verbringen. Sie verliebte sich nicht nur in ihrem neuen Partner, sondern auch in Australiens malerische Landschaften, und auch ihre Kinder fühlten sich hier pudelwohl. Allerdings musste sie eines Tages kurzzeitig nach Burundi zurückkehren, um etwas zu regeln. Hier passierte etwas, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen würde. Lesen Sie hier weiter, um zu erfahren, was Noela geschah.
Die Suche nach etwas Besserem

Es war das Jahr 2004, als Noela Rukundo sich dazu entschied, ihrer Heimat Burundi den Rücken zu kehren, und ein neues Leben im fernen Australien zu beginnen. Ihr erster Ehemann war verstorben, und hatte Noela mit fünf kleinen Kindern zurückgelassen. Die Witwe hatte nicht nur ihre eigene Zukunft, sondern auch die ihrer Kinder im Sinn, als sie die mutige Entscheidung traf, in ein unbekanntes Land überzusiedeln, und dort ihr Glück zu suchen. Sie hatte große Träume für sich selbst und ihre Kinder, und wollte alles daran setzen, diese zu verwirklichen.
Eine gute Entscheidung

Der Umzug nach Australien war, vor allem mit fünf Kindern, ein wirklich waghalsiger Schritt gewesen, doch es stellte sich heraus, dass Noela alles richtig gemacht hatte. Sie konnte schon bald einen Job und eine Wohnung finden, und es dauerte nicht lange, bis sie sich wie zu Hause fühlte. Die australischen Anwohner waren freundlich, und boten ihr ihre Hilfe an, und auch ihre Kinder hatten keine Probleme damit, sich an ihre neue Heimat zu gewöhnen. Noela war sehr dankbar, für ihr neues Leben, und schon bald würde sie jemanden kennenlernen, der alles noch etwas versüßen würde.
Eine neue Bekanntschaft

Noela hatte den komplizierten Umzug mithilfe einer Agentur bewerkstelligen können. Ein Sozialarbeiter half ihr dabei, sich zu integrieren, und vor allem in den ersten Monaten besuchte sie die Agentur sehr oft, um sich Ratschläge zu holen. Hier geschah es auch, dass sie eines Tages Balanga Kalala kennenlernte, einen Flüchtling aus dem Kongo. Kalala konnte bereits etwas besser Englisch sprechen, als Noela, und daher baten ihn die Sozialarbeiter oft, bei der Übersetzung für Noela zu helfen. Denn zu diesem Zeitpunkt konnte Noela nur Swahili sprechen. Kalala beherrschte beide Sprachen, und erwies sich als äußerst hilfreich.
Das Duo verliebte sich

Kalala und Noela sahen sich nun ziemlich oft, und nach einer Weile verliebten sich die beiden ineinander. Noela war verwitwet und hatte fünf Kinder, und auch Kalala hatte eine schicksalhafte Vergangenheit hinter sich. Er erzählte ihr, dass er nach Australien geflüchtet war, nachdem die Rebellenarmee sein kleines Heimatdorf angegriffen und geplündert hatte. Bei diesem tragischen Ereignis wurden seine Frau und sein Sohn getötet. Kalala hatte keinen Grund mehr, im Kongo zu bleiben, und auch sein eigenes Leben war natürlich weiterhin bedroht. Er entschied sich also dazu, einen Neuanfang zu machen.
Einen neuen Schritt wagen

Noela hatte eigentlich keinerlei Absichten gehabt, erneut zu heiraten. Sie hatte sich vollkommen darauf konzentrieren wollen, ihre Kinder großzuziehen. Für die Liebe hatte sie keine Zeit gehabt. Als sie nun allerdings Kalala kennenlernte, änderte sich alles. Er war so liebevoll und fürsorglich, und akzeptierte Noelas Kinder, als seien sie seine eigenen. Ihre komplizierte Situation schien überhaupt kein Problem für ihn darzustellen, und er war immer für Noela und ihre Kinder da. Noela verliebte sich Hals über Kopf in ihn, und schon bald konnte sie sich ein Leben ohne Kalala nicht mehr vorstellen.
Eine glückliche Familie

Das Paar entschied sich schon bald dazu, zusammenzuleben. Sie zogen gemeinsam nach Kings Park, einen Stadtteil in Melbourne. Kalala und die Kinder verstanden sich prächtig, und Noela hatte endlich das Gefühl, eine glückliche, und ganz normale Familie zu haben. In den nächsten Jahren wuchs das Paar immer enger zusammen, und schließlich bekamen sie noch drei weitere, gemeinsame Kinder. Sie bildeten nun eine echte Großfamilie, und die Dinge konnten manchmal chaotisch sein, doch Noela war glücklich mit ihrem neuen Leben. Schon bald würde sie allerdings den wahren Charakter ihres Ehemannes kennenlernen.
Ein verlässlicher Versoger

Was die finanzielle Versorgung der Familie anging, konnte Noela sich nicht beschweren. Kalala hatte, seit dem er nach Australien gekommen war, hart gearbeitet, und hatte einen sicheren Job finden können. Er arbeitete zunächst in einer Fabrik zur Verarbeitung von Meeresfrüchten, bis er schließlich eine noch bessere Position, als Gabelstaplerfahrer finden konnte. Die Bezahlung in Australien war gut, und Kalala gelang es immer seine große Familie ausreichend zu versorgen. Um ihre Existenz, und die ihrer Kinder, musste Noela sich also keine Sorgen mehr machen. Zumindest nicht, bis ihr neuer Ehemann sein wahres Gesicht offenbarte.
Die unschöne Wahrheit

Durch das gemeinsame Zusammenleben fand Noela schon bald heraus, dass ihr sonst so liebevoller und fürsorglicher Partner auch eine aggressive, und sogar gewalttätige Seite hatte. Wenn er müde war, bekam er oft Wutausbrüche und griff seine Ehefrau sogar körperlich an. Wie es bei häuslicher Gewalt so oft ist, kam er nach seinem Wutanfall oft wie ein getretener Hund zu seiner Ehefrau, und bat um ihre Vergebung. Noela ließ dies oft über sich ergehen, und lernte, mit der Situation zu leben. Schließlich liebte sie ihren Ehemann, und zu einem gewissen Grad waren sie und ihre Kinder nun natürlich auch von ihm abhängig.
Herzzerreißende Neuigkeiten

Es war alles andere als eine einfache Situation. Die Dinge verschlimmerten sich in Noelas Leben, als sie eine traurige Nachricht aus Burundi erhielt. Als Kind war sie mit ihrer Stiefmutter aufgewachsen, und auch wenn sie nun in Australien lebte, blieb sie doch immer mit ihrer afrikanischen Familie in engem Kontakt. Ihre Stiefmutter war schwer krank gewesen, und leider hatte sie den Kampf gegen die Krankheit nicht gewinnen können. Als Noela von ihrem Tod erfuhr, war sie unglaublich traurig. Natürlich wollte sie nach Burundi reisen, um der Beerdigung beiwohnen zu können.
Eine lange Reise

Kalala konnte seine Ehefrau leider nicht begleiten, denn er hatte Verpflichtungen in Australien, denen er nachkommen musste. Allerdings stellte er durch vermehrte Telefonate sicher, dass es seiner Frau auf der langen Reise gut ging. Für Noela war die Situation alles andere als einfach. Sie trauerte schließlich um die Frau, die sie großgezogen hatte. Dass sie nach Burundi reisen würde, um ihr die letzte Ehre zu erweisen, war für Noela ganz selbstverständlich. Sie hätte ja nicht ahnen können, dass hier nun etwas geschehen würde, das ihr Leben für immer verändern sollte.
Die Ankunft

Nach einer langen Reise entschied Noela sich dazu, in einem Hotel in Bujumbura zu übernachten, denn ihr Familienhaus in Burundi war sehr klein. Sie war müde und gestresst, und machte sich ständig Gedanken um ihre Kinder und ihren Ehemann. Die Beerdigung fand schon bald darauf statt, und erst nach der Zeremonie konnte Noela sich etwas zur Ruhe setzen. Nachdem sie in ihrem Hotel angekommen war, und sich ausruhen wollte, klingelte plötzlich das Telefon. Noela hatte keine Ahnung, dass das nächste Telefonat einen finsteren Plan in Bewegung setzen würde, der alles verändern sollte.
Der verhängnisvolle Anruf

Am anderen Ende der Leitung war kein anderer, als ihr Ehemann. Noela hatte sofort geantwortet, doch Kalala warf ihr vor, dass er schon den ganzen Tag versucht habe sie zu erreichen. Er beteuerte, dass er sich Sorgen um seine Ehefrau gemacht habe. Noela fühlte sich allein, und war in einem sehr verletzlichen Zustand. Sie freute sich darüber ihren Ehemann zu hören, doch es setzte sie auch unter Druck, dass er sie nicht hatte erreichen können, und nun eventuell sauer auf sie sei. Noela berichtete, wie müde sie war, und sagte, dass sie sich nun etwas ausruhen wollte.
Ein Spaziergang

Ihr Ehemann Kalala allerdings, stimmte ihr nicht zu. Er riet ihr stattdessen, sie solle herausgehen, und etwas frische Luft tanken. Seiner Meinung nach würde ihr das sicherlich guttun. Selbst aus der Ferne gehorchte Noela ihrem Ehemann, und statt sich schlafen zu legen, ging sie schließlich nach draußen. Sie war todmüde, doch sie war so sehr daran gewöhnt, alles zu tun, was ihr Ehemann von ihr verlangte, dass sie sich aufrappelte und aus der Eingangstür trat. Dieser Moment markierte den Anfang, eines teuflischen Planes, der ohne ihr Wissen ausgeheckt worden war.
Eine Wendung der Ereignisse

Nola hatte nur einige Schritte aus der Eingangstür des Hotels gemacht, als sie bemerkte, dass ein unbekannter Mann auf sie zuging. Sie hatte kaum Zeit gehabt, auf ihn zu reagieren, und als sie nun genauer hinsah, blieb ihr Herz beinahe stehen. Der fremde Mann hatte eine Pistole in der Hand und hatte diese geradewegs auf Noela gerichtet. Er kam zügig auf sie zu, und Noela wusste nicht, was sie tun sollte. Sie wünschte sich, sie hätte nie auf ihren Ehemann gehört, und sich einfach schlafen gelegt. Konnte das ein Zufall sein?
Nicht schreien

Als der Mann ganz in ihrer Nähe war, drohte er Noela, sie solle nicht schreien, denn ansonsten würde er sie direkt erschießen. Man würde ihn dann eventuell schnappen, doch was hätte Noela schon davon, wenn sie tot war? Noela dachte also gar nicht daran, nach Hilfe zu rufen. Obwohl sie Todesangst hatte, riss sie sich zusammen, und versuchte ruhig zu bleiben. Sie hatte keine Wahl. Sie würde den Anweisungen des Angreifers folgen müssen, wenn sie eine Chance darauf haben wollte, zu überleben. Doch was hatte dieser Fremde Mann im Sinn?
Entführt

Der unbekannte Angreifer führte die verängstigte Noela zu einem Auto, dass am Straßenrand stand, und dort auf sie wartete. Die Pistole weiterhin auf sie gerichtet, sah sich Noela nun dazu gezwungen in den Wagen einzusteigen. Im Inneren warteten drei weitere Männer auf sie: ein Fahrer, und zwei Männer, die ebenfalls Waffen trugen. Noela versuchte so gut es ging ruhig zu bleiben, und wurde dazu gezwungen, zwischen den beiden Männern Platz zu nehmen. Noch bevor das Auto losfuhr, wurden ihr allerdings die Augen verbunden. Sie hatte also keine Ahnung, wo es hinging.
Wo war sie?

Noela wusste nicht, wohin sie fuhren, doch sie schätzte, dass sie rund 40 Minuten unterwegs gewesen sein mussten, als der Wagen schließlich zum Stillstand kam. Die Männer führten sie in ein leeres Gebäude, und fesselten sie an einen Stuhl. Noela konnte sich das Ganze nicht erklären. Wie hatte sie nur hier enden können, und was wollten diese fremden Männer von ihr? Schließlich war sie nur nach Burundi gekommen, um die Beerdigung ihrer Stiefmutter zu besuchen. Lesen Sie hier weiter, um zu erfahren, warum Noela entführt wurde, und was als Nächstes geschah.
Warum war sie hier?

Noela gab keinen Ton von sich, und überhörte, wie einer der Männer seinen Boss anzurufen schien. Dann wandt er sich Noela zu und stellte ihr einige Fragen, die sie schockierten, und die sie nicht zu beantworten wusste. Die Männer fragten sie Dinge wie “Was haben Sie diesem Mann angetan?”, und “Warum will dieser Mann, dass wir Sie umbringen?”. Nichts von all dem ergab Sinn für Noela, und sie fragte immer wieder: “Welcher Mann?”. Noela versuchte sich zu erinnern, ob es jemanden gab, mit dem sie Probleme hatte, doch es fiel ihr beim besten Willen niemand ein. Als der Entführer schließlich ihre Frage beantwortete, bleib ihr Herz beinahe stehen.
Erschütternde Neuigkeiten

Die Antwort der Entführer war streng, und bestimmt: “Dein Ehemann!”. Die Zeit schien für Noela stehengeblieben zu sein. Sie konnte es nicht fassen. Es musste sich hierbei um eine Art Missverständnis handeln. Oder hatte sie gerade etwas falsch verstanden? Kalala würde ihr so etwas nie antun. Zwar war er manchmal handgreiflich und ziemlich aggressiv geworden, doch warum würde er seine eigene Ehefrau umbringen lassen wollen? Sie hatte ihm schließlich nichts getan. Sie war so fassungslos, dass sie ihre Entführer sogar des Lügens bezichtigte. Als Antwort auf diesen gewagten Vorwurf wurde sie geschlagen.
Der Beweis

Der augenscheinliche Anführer der Gruppe begann sie zu beleidigen, und warf ihr vor, schwer von Begriff zu sein, weil sie nicht verstehen wollte, wer der Mann war, der sie tot sehen wollte. Um zu beweisen, dass er Noela keinesfalls anlog, rief er den Mann an, der Noelas Entführung angeordnet hatte. Noelas Herz raste. Es musste einfach eine Art Fehler sein. Das einzige, was sie davon abhielt völlig den Verstand zu verlieren, war der Gedanke, dass alles nur ein Albtraum sein konnte. So etwas konnte einfach nicht wirklich geschehen. Als sie jedoch die Stimme am anderen Ende des Apparates hörte, schien die Realität über sie hereinzubrechen.
Der schlimmste Anruf ihres Lebens

Am Telefon berichtete nun einer der Entführer seinem Auftraggeber, dass sie Noela erfolgreich gefangen hielten. Der Lautsprecher des Handys wurde angestellt, und Noelas Herz sank ihr in den Magen. Dieselbe Stimme, die ihr noch vor wenigen Minuten geraten hatte, einen Spaziergang zu machen, damit sie sich besser fühlte, verkündete nun: “Tötet sie”. Es war die Stimme des Mannes, mit dem sie nun schon elf Jahre ihres Lebens verbracht hatte. Der Vater ihrer Kinder, und ein Teil ihrer engsten Familie. Als die Entführer nun darüber zu beratschlagen begannen, was genau sie mit Noelas Leiche tun würden, fiel die Entführte schließlich in Ohnmacht.
Neue Offenbarungen

Nach dem ihr Entführer den Anruf mit ihrem Ehemann beendet hatte, kam Noela langsam wieder zu sich. Der Kidnapper kam auf sie zu, und sagte schließlich etwas, was Noela aus ihrem Albtraum erwachen ließ: “Wir werden dich nicht töten. Wir töten keine Frauen und Kinder.” Hoffnung flackerte in Noelas Herzen auf. Vielleicht würde das Ganze doch noch ein gutes Ende nehmen. Sie hatte jedoch soviel durchmachen müssen, dass sie nicht so ganz wusste, wie sie nun reagieren sollte. Ihre Entführer stellten ihr nun jedoch die Frage, die sie sich selbst auch immer wieder stellte: Warum wollte ihr Ehemann sie umbringen?
Fragen über Fragen

Laut ihren Entführern hatte Kalala den Mord an seiner Ehefrau schon im November in Auftrag gegeben – nun war es Januar. Noela versuchte sich zu erinnern, was ihren Ehemann zu der Tat bewegt haben könnte, doch ihr fiel absolut nichts ein. Sie hätte nie erwartet, dass so etwas hätte geschehen können. Die Entführer führten den schrecklichen Auftrag, Noela zu töten an diesem Tag zwar nicht aus, doch Noela wusste, dass ihr Leben noch immer in Gefahr war – zumindest wenn Kalala herausfinden würde, dass sie noch am Leben war. Gemeinsam mit ihren Entführern überlegte sie sich nun ihre nächsten Schritte.
Auftrag ausgeführt

Noela verbrachte die nächsten Tage in dem verlassenen Gebäude, in welches sie ihre Entführer gewaltvoll gebracht hatten. Die Kidnapper riefen ihren Ehemann an, und berichteten, der Auftrag sei ausgeführt worden, und Noela sei nun tot. Sie nutzten die Gelegenheit, sich von ihrem Auftraggeber bezahlen zu lassen, und die Sache schien geregelt zu sein. Noela musste sich nun gut überlegen, was sie als Nächstes tun würde. Ihr Leben würde davon abhängen, denn Kalala wollte ganz eindeutig, dass Noela verschwand. In den kommenden Tagen fiel jedoch einigen anderen Angehörigen Noelas Verschwinden auf.
Ihr Bruder machte sich Sorgen

Noelas Bruder hatte festgestellt, dass seine Schwester nicht mehr in dem Hotel war, in dem sie übernachtet hatte. Sie hatte sich nicht von ihm verabschiedet, und von einem Rückflug nach Melbourne hatte sie auch noch nicht gesprochen. Er merkte sofort, dass hier etwas nicht stimmte, und rief prompt den Ehemann seiner Schwester an, um zu erfahren, was mit Noela geschehen war. Er bat Kalala um 545 $ die er benötigte, um eine Investigation zu eröffnen, und herauszufinden, was mit Noela geschehen war. Kalala tat dies sofort, und beteuerte, wie besorgt auch er über ihr Verschwinden sei.
Wieder in Freiheit

Nach dem Noela zwei Tage lang in dem verlassenen Gebäude verbracht hatte, brachten ihre Entführer sie zu einer Straßenseite, und ließen sie dort allein. Sie verkündeten, Noela solle in den nächsten 80 Stunden das Land verlassen. Die “Mörder mit Prinzipien” gaben ihr eine Speicherkarte, auf der alle Telefonanrufe der letzten Tage aufgenommen worden waren. Sie gaben ihr sogar die Quittung der Zahlung, die Kalala an sie überwiesen hatte. Damit würde Noela genug Beweismittel haben, um zu zeigen, dass es tatsächlich ihr Ehemann gewesen war, der sie hatte umbringen lassen wollen.
Einprägsame Worte

Noela würde sich immer an die Worte der Entführer erinnern, die sie ihr zum Abschied mitteilten: “Geh zurück, und erzähl anderen dummen Frauen wie dir, was passiert ist. Ihr geht in ein anderes Land, um Geld zu verdienen, und dann nutzt ihr dieses, um euch gegenseitig zu töten.” Diese Warnung würde Noela, und anderen Frauen in ähnlichen Situationen, natürlich herzlich wenig nützen, schließlich hatte sie weder unklug gehandelt, noch etwas Falsches getan. Ihr einziger Fehler war, ihrem Ehemann zu vertrauen, doch sie hätte nie vorhersehen können, wie tief seine Aggressionen gegen sie verwurzelt waren.
Um ihr Leben rennen

Noela hatte keine Zeit zu verlieren, und sie rief sofort ihren Pastor, Dassano Harruno Nantoghmah an, der in Melbourne lebte. Sie vertraute ihm, und erzählte ihm was geschehen war. Der Pastor konnte kaum glauben, was er da hörte. Er war überrascht Noelas Stimme zu hören, denn auch er hatte von ihrem Verschwinden Wind bekommen. Der Pastor war schockiert, als Noela ihm alles erzählte, doch natürlich stimmte er zu, Noela in ihrer brenzlichen Situation zu helfen. Noela machte sich Sorgen um ihre Kinder, und sie musste einen Weg finden, diesen niederträchtigen Mann von ihrer Familie und sich selbst fernzuhalten.
Eine gefälschte Beerdigung

In Melbourne spielte Kalala währenddessen sehr überzeugend den trauernden Witwer. Vor einigen Tagen hatte er den Freunden und Angehörigen mitgeteilt, seine Frau sei in einem tragischen Unfall in Burundi ums Leben gekommen. Er verbrachte die kommenden Tage mit anderen Trauergästen, und für alle wirkte er, wie ein am Boden zerstörter Ehemann, der seine Liebste verloren hatte. Kalala hatte also nicht nur Noela, sondern auch alle Anderen hinters Licht führen können, denn niemand zweifelte seinen Charakter an. Er hatte keine Ahnung, dass Noela am Leben war, und bereits ihre Rache plante.
Zeit für die Abrechnung

Ende Februar hatte Noela es geschafft, unversehrt nach Melbourne zurückzukehren. Vorsichtig und wachsam, wie sie nun mehr denn je war, fand sie schließlich heraus, dass ihr Ehemann eine gefälschte Trauerfeier für seine Ehefrau organisierte. Der gerissene Mörder wollte wirklich alles daran setzen, wie ein schwer Verletzer, tief trauernder Witwer zu wirken. Noela ergriff diese Chance, denn schließlich kann nicht jeder von sich sagen, die eigene Beerdigung quicklebendig besuchen zu können. Außerdem konnte sie es kaum erwarten, ihren kriminellen Ehemann bloßzustellen, und all ihren Bekannten seinen wahren Charakter zu offenbaren.
Der große Moment ist gekommen

Es war in etwa 19:30 Uhr. Noela saß unentdeckt in einem Auto, und beobachtete wie die letzten Trauergäste ihr Haus verließen. Ihr Ehemann verabschiedete die letzten Gäste, und Noela entschied, dass nun der perfekte Moment gekommen sei, um sich zu zeigen. Sie stieg aus dem Auto aus, und ging langsam auf Kalala zu. Dieser stand allein vor der Eingangstür. Als er Noela sah, stieg ihm die Furcht in die Augen. Er blieb wie angewurzelt stehen, und starrte seine Ehefrau an. Es war, als hätte er ein Gespenst gesehen.
Die Begegnung

Noela sagte gar nichts, und kam stattdessen immer weiter auf ihn zu geschritten. Kalala begann zunächst leise vor sich hin zu stammeln, denn er war schockiert von dem Anblick, der sich ihm nun bot. Als Noela nur wenige Zentimeter von ihm entfernt stand, streckte Kalala seine Hand aus, und berührte ihre Schulter. Er wich völlig perplex zurück, als glaubte er erst jetzt, dass Noela tatsächlich leibhaftig vor ihm stand. Es dämmerte ihm, dass Noela kein Hirngespinst seinerseits war, sondern dass sie tatsächlich am Leben war. Sofort begann Kalala zu schreien, und bat hysterisch um die Vergebung seiner Ehefrau.
Kein Mitleid

Noela war es gewohnt, dass ihr Ehemann ihr Gewalt antat, und sie ihm aus Liebe und Mitleid seine furchtbaren Taten vergab. Er begründete seine Aggressionen stets mit seinem eigenen Trauma, und Noela hatte immer wieder Verständnis gezeigt. Doch nun verstand auch sie, dass seine Taten unentschuldbar gewesen waren – egal, was ihm selbst geschehen war. Er hatte sie töten wollen, und es war völlig außer Frage, dass sie ihm jemals vergeben könnte, oder neues Vertrauen zu ihm fassen würde. Noela hatte schon zuvor Kontakt mit der Polizei aufgenommen, und rief diese nun dazu auf, einzugreifen, und Kalala festzunehmen.
Das Geständnis

Über einen Telefonanruf gelang es ihr auch, dass ihr Ehemann seine Tat gestand. Das Ganze war vorher mit der Polizei abgesprochen worden, und Kalala hatte keine Ahnung, dass das Gespräch zwischen ihm und seiner Ehefrau aufgenommen worden war. Zusätzlich zu den Beweismitteln, die sie schon zuvor gesammelt hatte, hatte die Polizei nun auch ein volles Geständnis des Täters in der Tasche. Noela ordnete eine Gerichtsverhandlung an, und die Dinge kamen endlich ins Rollen. Schon bald würde Noela wieder ein normales Leben führen können, ohne die Bedrohung die ihr hinterlistiger und gewalttätiger Ehemann für sie und ihre Kinder darstellte.
Die Vorwürfe zurückweisen

Kalala begründete seine Taten folgendermaßen: Er liebe seine Frau so sehr, dass er Angst gehabt habe, sie würde ihn für einen anderen Mann verlassen. Daher hatte er sie umbringen lassen wollen. Kalala versuchte also, die Zuneigung seiner Frau dadurch zu Gewinnen, dass er seinen mörderischen Plan durch “zu viel Liebe” ihr gegenüber begründen wollte. Kalala versucht seine Taten, wie schon so oft zuvor, zu entschuldigen, und versuchte Noelas Vergebung durch Mitleid zu erpressen. Glücklicherweise hatte Noela die Verhaltensmuster ihres kriminellen Ehemannes endlich begriffen, und würde nie wieder darauf hereinfallen.
Die Schuld eingestehen

Kalala versuchte stundenlang die Jury von seiner Unschuld zu überzeugen, und beteuerte, dass er so etwas nie tun könnte. Als ihn jedoch die Tonaufnahmen seiner eigenen Stimme vorgespielt wurde, die anordneten, seine Frau zu töten, kam die Schuld über ihn. Er wusste, dass er sich nicht herausreden konnte, und begann zu weinen. Einen richtigen Grund für den Mord an seiner Frau konnte auch Kalala nicht angeben. Er sage nur: “Manchmal kommt der Teufel über einen, und dann tut man etwas, und danach beginnt man zu denken ‘Warum habe ich das nur getan?’”.
Das Urteil

In Kalalas Fall war es allerdings keinesfalls eine impulsive Handlung gewesen, die ihn dazu bewegt hatte, seine Frau zu töten. Ganz im Gegenteil: er hatte ihren Mord Monate im Voraus geplant. Im Dezember desselben Jahres wurde Kalala zu neun Jahren Haft verurteilt. Er gestand die Anstiftung zum Mord schlussendlich, was sein Urteil etwas verminderte. Doch auch als Kalala endlich hinter Gittern saß, normalisierte Noelas Leben sich nie wieder. Nachts lag sie wach, und hörte immer wieder die Stimme ihres Ehemannes, die anordnete: “Tötet sie.” Diese Erinnerung würde sie wohl ihr ganzes Leben lang nicht mehr loslassen.
Ein neues Leben

Trotz der starken Beweismittel, die Noela angeführt hatte, glaubten manche Familienfreunde nicht, dass Kalala hinter dem versuchten Mord steckte. Sie konnten einfach nicht fassen, dass der gutmütige Mann, hinter dieser Gräueltat stecken konnte, was erneut beweist, was für ein gekonnter Schauspieler Kalala all die Jahre gewesen war. Noela zeigt sich heute stärker denn je, denn für sich und ihre acht Kinder, möchte sie alles daran setzen, endlich das normale Leben führen zu können, das sie verdient. Über ihre Vergangenheit sagt sie heute nur: “Meine Vergangenheit? Die gibt es nicht mehr. Ich beginne jetzt ein neues Leben.”